Startup Tipp's

Franchising als Gründungsalternative ? Ein Interview mit Kai Teute

Franchising als Gründungsalternative ? Ein Interview mit Kai Teute

Kai, du hast eigentlich eine Bank-Ausbildung gemacht – wie bist du dazu gekommen, Franchisenehmer von Subway zu werden?

Mit 15 Jahren war ich für ein paar Monate in Kanada und habe an einem Schüleraustauschprogramm teilgenommen. Da habe ich Subway das erste Mal gesehen und fand das Konzept interessant. Als ich wieder in Deutschland war habe ich dann neben dem Abitur angefangen in einer Pizzeria mit Lieferdienst zu arbeiten. Nach einem Jahr habe ich bereits viele Aufgaben eines Restaurantleiters (ausgenommen Personal einstellen und entlassen) übernommen. Da war für mich klar, dass ich irgendwann etwas Eigenes machen wollte. Während der Bankausbildung lief mir Subway dann zufällig wieder über den Weg und ich habe direkt Kontakt mit den Verantwortlichen in Deutschland aufgenommen. So wurde ich einer der ersten Franchisepartner in Deutschland. 2006 habe ich das Unternehmen verkauft. Mein erstes Subway-Restaurant am Bremer Hauptbahnhof gibt es heute noch.

Was war deine wichtigsten Lernerfahrungen zu Beginn?

Nichts läuft nach Plan. Man muss ständig improvisieren und Probleme lösen und die Kommunikation zwischen den verschiedensten Leuten organisieren.

Was sind die wichtigsten Erfolgskriterien um als Franchisenehmer erfolgreich zu sein?

Franchising als Gründungsalternative_Interview_mit_Kai_TeuteMan braucht ein gesundes Maß an Menschenkenntnis. Und aus meiner Sicht, war die Bankausbildung vorher das beste was ich machen konnte, um so auch ein sehr fundiertes Grundwissen im Bereich Finanzen und Zahlen zu bekommen. Man muss aber auch in der Lage sein, sich auf ein Konzept einzulassen und nicht alles selber neu erfinden zu wollen. Das ist sicherlich in der Zusammenarbeit mit dem Franchisegeber das entscheidendste.

Was sind die größten Risiken? Was muss man zum Beispiel bei den Verträgen beachten?

Man sollte unbedingt die Paragraphen zu Laufzeiten und Haftungsrisiken, sowie Gebietsschutz für seinen Umkreis genau prüfen.

Wie kam es, dass du dein Geschäft verkauft hast?

Bei Subway haben wir leider nur einen sehr geringen Gebietsschutz um das Ladenlokal vereinbart. Es gab in der näheren Umgebung nach 10 Monaten 6 weitere Subway Restaurants. Für mich war von Anfang an das Ziel mehrere Restaurants zu betreiben. Es gestaltete sich schwieriger gute Lagen zu finden, so dass ich mich dann 2006, 2 Jahre nach Eröffnung, entschlossen habe das Unternehmen zu verkaufen.

Du hast dann auch für Domino’s Pizza Franchiseläden betrieben aufgebaut. Gab es hier große Unterschiede zu deinen vorherigen Erfahrungen mit Subways?

Um ehrlich zu sein nein. Ich habe mit Domino´s Pizza einen Gebietsvertrag vereinbart. Es hat auch mit Domino´s Pizza einen riesen Spaß gemacht zusammen zu arbeiten.

Welche Ketten siehst derzeit stark im Kommen und warum?

Im Gastronomie Bereich sicherlich Burgerketten wie Whatsbeef oder Italian-Food-Konzepte wie die L’Osteria.

Gibt es neue Trends im Franchising die man beobachten kann?

Es gibt auch neue Branchen wie der Immobilienbereich, wo sich neue Franchisekonzepte an den Markt trauen.

Seit knapp einem Jahr bist du nun im Modebereich aktiv und hast dir die Franchiserechte für Adenauer & Co Hamburg und Große Teile von Schleswig Holstein gesichert. Was hat dich daran gereizt? Wie tickt die Fashionbranche?

Die Fashionbranche ist im Vergleich zur Gastronomie von noch mehr Wettbewerb getrieben. Adenauer & Co. habe ich das erste Mal auf Sylt gesehen und dachte sofort, das könnte auch in Hamburg funktionieren. Ich habe mich für Adenauer & Co. entschieden, weil ich mit dem Inhaber Andreas Adenauer sehr schnell gemerkt habe, dass wir in vielen Punkten gleich ticken und man sich gegenseitig aufeinander verlassen kann. Immer eine wichtige Grundvoraussetzung für eine gemeinsame Geschäftliche Zusammenarbeit. Die BK Beachhouse Mode GmbH ist Teil meiner Equity Seven Unternehmengruppe die ich 2006 nach dem Verkauf von Subway gegründet habe.

Welche Einsteigertipps würdest du jungen Gründern geben, die überlegen Franchisenehmer zu werden?

Bevor man den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, sollte man viele Gespräche führen. Am besten mit Leuten die sich schon selbstständig gemacht haben. Ich habe mich vor Gründung von Subway auch sehr viel mit meinem Großvater ausgetauscht, der sehr viel Erfahrungen im Bereich Franchising hatte. Das hat mir sehr geholfen herauszufinden ob ich Unternehmer sein möchte oder nicht. Und man muss sich sicherlich darauf vorbereiten sehr viel zu arbeiten. Ich habe zum Beispiel in den ersten 10 Jahren meines Unternehmerdaseins extrem wenig Urlaub gemacht. Da muss man unbedingt drauf achten, dass man Privatleben und Beruf nicht aus dem Gleichgewicht verliert. Heute holt mich meine Lebensgefährtin öfters mal auf den Boden der Tatsachen zurück.

In jedem Fall würde ich jedem raten sich mit der Selbstständigkeit zu beschäftigen. Unser Land braucht dringend mehr Menschen die Verantwortung übernehmen wollen- für sich und andere Menschen.

Profilbild von Jonas Henne

1

Jonas Henne


Eine Antwort hinterlassen