Business auf Arabisch – Ist die Golfregion immer noch ein Mekka für deutsche Startups?

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Die arabische Halbinsel ist für viele Unternehmer ein Traumstandort. Denn während anderswo staatliche Bürokratie und knappe Kalkulationen das Geschäftsleben schwer machen, herrscht hier ein anderes Klima vor. Statt Unternehmern mit strengen Regeln das Leben schwer zu machen, ist der Staat hier selbst oft der größte Investor. Und das Geld von Scheichs und Emiren sitzt locker. Dank der gigantischen Ölvorkommen verfügen sie über ausreichend Bares, um teils aberwitzige Projekte zu finanzieren. Ein Beispiel hierfür ist die bevorstehende Fußball-WM in Katar. Stadien und Infrastruktur werden quasi aus dem Nichts geschaffen und das in atemberaubender Geschwindigkeit. Eine lukrative Angelegenheit für die beteiligten Firmen.

Doch wo der Geldhahn so sprudelt, da tummelt sich auch die Konkurrenz. Mittlerweile machen sich auf dem Markt zahlreiche Unternehmen die Aufträge streitig, so dass es für Neulinge schwieriger wird, Fuß zu fassen. Sind die Zeiten von Goldgräber-Stimmung auf der arabischen Halbinsel schon vorbei oder gibt es weiterhin profitable Nischen für deutsche Startups?

Vorsprung durch Business-Arabisch

Die Antwort auf diese Frage hängt unter anderem auch von den einschlägigen Kompetenzen des Startups ab. Interkulturelle Kompetenzen spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie Sprachkenntnisse. Die Geschäftsleute der Region treten selbstbewusst auf und erwarten von ihren Geschäftspartnern, dass sie sich an örtliche Gepflogenheiten anpassen. Persönliche Beziehungen spielen eine wichtige Rolle. Wenn möglich sollten Gründer daher schon vor Markteintritt Business Arabisch lernen bei Online Unterricht, denn so gelingt es später wesentlich leichter, den Kontakt herzustellen. Diese Methode macht es einfach, Muttersprachler als Lehrer zu finden. So können Aussprache und geläufige Redewendungen besonders gut geübt werden. Diese Kenntnisse stellen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar und können helfen, sich von der Masse der Firmen abzuheben.

Gemischtes Investitionsklima

Für ausländische Unternehmen kann es oft schwierig sein, sich Marktzugang zu den Ländern der Region zu verschaffen. Denn trotz der meist florierenden Wirtschaftslage stellen ein fehlendes Netzwerk und unzulängliche Kenntnisse der Rechtslage oft ein Hindernis dar. Vielen Firmen dient deshalb Dubai als Sprungbrett für diese Märkte. Das Emirat ist das Wirtschaftszentrum der Region schlechthin und bietet ideale Bedingungen für Investoren. Besonders die politische Stabilität, die seit der Staatsgründung 1971 vorherrscht, ist in der Region keine Selbstverständlichkeit. Aber auch eine hervorragende Infrastruktur, zahlreiche qualifizierte Arbeitnehmer und eine Vielzahl von Unternehmensdienstleistern tragen zur Attraktivität des Standorts bei.

Langfristiges Wachstum oder unsichere Zukunft

Sorge bereitet manchen Beobachtern, dass die Wirtschaft der meisten Golfstaaten vor allem von einem einzigen Faktor abhängig ist. Die Reichtümer der Region sind fast ausschließlich durch die Ausbeutung der unterirdischen Erdölvorkommen entstanden. Sie sind damit gleichzeitig die große Schwachstelle der Wirtschaft. Langfristig ist damit zu rechnen, dass die Ölvorkommen erschöpft werden. Bis dahin muss die Ökonomie des Landes in der Lage sein, ohne die Subventionierung aus den Einnahmen der Petroindustrie auszukommen.

Die Notwendigkeit dieser strategischen Neuausrichtung ist schon seit längerem bekannt, und ist einer der Gründe für den Bauboom der vergangenen Jahrzehnte. Aber schon früher könnten die weltweiten Bemühungen, den CO2-Ausstoß zu senken, den Golfstaaten einen Strich durch die Rechnung machen. Wer hier investieren will, sollte also immer ein Auge auf die Entwicklung der Ölnachfrage behalten. Bricht der Preis ein, dürfte das eine handfeste Krise in der Region auslösen.

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