Die besten Talente gewinnen – So geht’s

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Die besten Talente gewinnen – So geht’s 

 

Viele guter Absolventen haben nach der Universität heutzutage ein Luxusproblem: Sie werden umworben und können sich aus freien Stücken für einen begehrten Job entscheiden. Und Unternehme kämpfen auf dem Arbeitsmarkt um die vermeintlich besten Leute. Aber was ist eigentlich das so genannte Employer Branding und was macht einen Arbeitgeber für Bewerber besonders attraktiv?

 

 

Was ist Employer Branding?

 

 

Wenn ein Arbeitgeber sich selbst attraktiv verkaufen möchte, dann nennt man diese Maßnahmen „Marketing“. Die allerdings zielen immer auch auf den Verkauf und die Positionierung am Markt ab. Allerdings gibt es nicht nur jenen Markt, auf welchem die Kunden erreicht werden sollen, sondern auch einen Arbeitgebermarkt. Das heißt, dass ein Unternehmen sich als möglichst attraktiver Arbeitgeber bekannt machen möchte. Employer Branding umfasst alle nötigen Maßnahmen, um die Ziele zu erreichen. Und das oberste Ziel lautet, dass am Arbeitsmarkt die besten Talente gewonnen werden und der beste Nachwuchs gefunden wird muss. Wie allerdings funktioniert das in der Praxis und was macht einen besonders guten Arbeitgeber überhaupt aus? Was suchen Absolventen, die sich ihren Arbeitgeber frei aussuchen können? Sicherheit? Innovation? Employer Branding muss sehr feinfühlig betrieben werden, denn es könnte ansonsten sein wichtigstes Gut verlieren: Das Personal. Und ein schlechter Ruf spricht sich sehr schnell herum.
Eine gute Arbeitgebermarke kann heute nicht mehr alleine dadurch überzeugen, dass die Mitarbeiter einen Parkplatz in der Tiefgarage bekommen, für den sie nichts bezahlen müssen. Denn wenn man es sich aussuchen kann, erwartet man deutlich mehr als den bloßen Durchschnitt. Denn den könnte man vielleicht an jeder Ecke bekommen. Und wer von sich weiß, dass er oder sie zu „den Besten“ gehört, erwartet umgekehrt auch, dass er den besten Arbeitgeber bekommt.

 

 

Warum ist es heutzutage wichtig eine gute Arbeitgebermarke zu bilden?

 

 

Immer mehr junge Menschen vollbringen großartige Leistung. Noch vor 40 Jahren war es nicht üblich, dass fast der gesamte Jahrgang einer weiterführenden Schule studiert und dabei auch noch hervorragende Noten abliefert. Gute Leistung und dazu das ein oder andere Auslandssemester bei großen Konzernen: Viele Menschen haben ihrem zukünftigen Arbeitgeber eine Menge zu bieten. Und das wissen sie auch. Noch lange vor ihrem Abschluss müssen sie sich keine Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen, da sie meist wissen, dass sie heiß umworben sind und sicherlich eine gute Position bekommen werden. Weshalb ist es aber heute so wichtig, ein beliebter Arbeitgeber zu sein, der als Marke überzeugt? Das Internet macht alles möglich. Und es sorgt dafür, dass Menschen sich austauschen. Portale wie kununu.com machen möglich, dass Arbeitgeber ständig bewertet werden und im besten Fall bei allem überzeugen müssen.

 

Und gute Mitarbeiter erwarten heutzutage auch viel: Sie wollen Benefits: eine Kantine, einen Parkplatz, Sozialleistungen, ein Jobticket, einen Firmenwagen und kostenloses Obst und Getränke. Wieso? Weil sie das so gewohnt sind und sich herum spricht, wer Arbeitgeber dies ermöglicht und welcher eben nicht. Damit haben sehr konservative Unternehmen allerdings einen Nachteil. Die wiederum überzeugen durch Sicherheit und ein vielleicht höheres Gehalt.

 

Social Recruting – Social Media und seine Rolle in der Mitarbeitergewinnung

 

Gutes Personal lässt sich natürlich einfach durch einen gelungenen Auftritt im Web rekrutieren. Oder durch eine durchdachte Stellenanzeige in den großen Portalen. Aber ist das auch wirklich so leicht? Eigentlich ist insbesondere das so genannte „Social Recruting“ eine echte Herausforderung. Ein paar Tipps wie sich ein Unternehmen im Social Web als ein perfekter Arbeitgeber präsentieren kann, findet man im Buch „Innovative Talentstrategien“ von Haufe. Denn Social Media hat den entscheidenden Aspekt, dass Feedback sofort übermittelt wird und sich schlechte Nachrichten herum sprechen wie ein Lauffeuer. Es bedarf theoretisch dem ein oder anderen netten Beitrag bei Facebook, in welchem ein Unternehmen darauf aufmerksam macht, dass es im kommenden Jahr wieder Stellen für BA-Studenten anbietet und darauf hinweist, dass die interessierten Menschen sich ab sofort bewerben können. Daran ist erst einmal nichts außergewöhnlich.

 

 

Social Media aber erlaubt es, dass nun ein vielleicht enttäuschter Bewerber aus dem letzten Jahr seinen Frust in der Kommentarspalte hinterlässt. Er habe damals nie eine Antwort erhalten, beim Vorstellungsgespräch negative Erfahrungen gemacht oder wurde in der Probezeit wieder entlassen. Schlechte Meinungen sprechen sich sofort herum und werden gelesen und sie bleiben hängen. Schließlich ist es eine echte Meinung einer Person, die offenbar diese eine schlechte Erfahrung am eigenen Leib erlebt hat. Soll man sich bei solch einem Arbeitgeber also wirklich bewerben? Dass dem einen oder anderen Bewerber nun Zweifel kommen, ist nachvollziehbar.

 

Rekrutierung auf Social Media Kanälen – Richtig reagieren

 

 

Wie aber reagiert ein Arbeitgeber perfekt auf Kritik? Er nimmt sie erst einmal an. Kritik oder negative Einwände darf keinesfalls gelöscht werden! Das wirft das denkbar schlechteste Bild auf einen Arbeitgeber, denn was ist noch unglaubwürdiger als Kritiker einfach mundtot zu machen?! Sie muss stattdessen angenommen und beantwortet werden. Vielleicht ist eine ernsthafte Entschuldigung nötig. Oder eine Rechtfertigung? Der Einzelfall entscheidet sicherlich darüber, wie die perfekte Reaktion aussieht. Fakt ist allerdings, dass es eine Reaktion geben muss und diese ganz bestimmt nicht damit abgetan werden kann, dass ein Standardtext eingefügt wird. Sätze wie „Danke für Deine Meinung. Wir legen großen Wert auf einen regen Austausch. Viele Grüße XX“ ist schlicht völlig unpassend, wenn sich gerade jemand über schlechte Arbeitsbedingungen oder einen ungenügenden Bewerbungsprozess beklagt hat.

Die Reaktion muss ehrlich sein und mit der individuellen Situation sollte sich die Person, die die Antwort verfasst, auch beschäftigt haben. Social Media Kanäle werden außerdem in jedem guten Unternehmen auch professionell bedient. Heißt im Klartext: Das sollte eben nicht der Praktikant kurz vor seiner Mittagspause machen! Social Media muss zur Chefsache werden, denn es ist viel zu riskant, hier grobe Fehler zu machen, die einer Arbeitgebermarke oft noch Jahre später nachhängen.

Mitarbeiter zu finden ist über Facebook & Co. meist kein Problem. Das Portal nutzt die eigene Zielgruppe vielleicht ohnehin ständig und fühlt sich durch den dortigen Aufruf nach Bewerbern besonders motiviert. Das alles ändert aber nichts daran, dass der gesamte Prozess, der sich nun anschließt, professionell zu handlen ist. Bewerbungen müssen vertrauensvoll behandelt werden, der Datenschutz darf nicht außen vor gelassen werden und die anschließenden Gespräche müssen durch Professionalität überzeugen. Das heißt aber auch: Bewerbungsunterlagen über Facebook selbst anfordern? Das ist ein No-Go und zeugt nicht davon, dass ein Arbeitgeber großen Wert auf den Umgang mit sensiblen Daten legt.

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