Die Schufa – verständlich erklärt und warum Du sie kennen musst!

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Die Schufa

 

In diesem Artikel erkläre ich Dir warum Du als Gründer die Schufa kennen musst! Doch selbst, wenn Du kein Gründer bist, hält dieser Artikel spannende Informationen für Dich bereit. Denn sie wirkt sich nämlich auf das Leben nahezu aller in Deutschland lebenden Menschen aus (oder zumindest besteht dafür stets die Gefahr), egal ob Gründer oder Nicht-Gründer. Aus diesem Grund solltest Du nach diesem Artikel sensibilisierter dafür sein, welche uns teilweise unbekannten Faktoren unser Leben drastisch beeinträchtigen können, sei es privat oder in Bezug auf unseren beruflichen Erfolg. Um Dich am Ende aber nicht im Regen stehen zu lassen, bekommst Du hier hilfreiche Tipps, wie Du an die Informationen der Schufa über Dich gelangen kannst und welche Mittel und Wege zum „Widerstand“ bestehen.

 

 

Was ist die Schufa eigentlich?

 

Der Name Schufa steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Sie ist entgegen dem weit verbreiteten Aberglauben keine staatliche Behörde oder staatliche Organisation, sondern lediglich ein privatwirtschaftliches Unternehmen, welches seit 2002 die Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) innehat. Sie ist eine Auskunftei (ja das schreibt man wirklich so) und wurde im Jahr 1927 gegründet. Eine Auskunftei (häufig auch Wirtschaftsauskunftei genannt) ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, welches die alleinige Aufgabe hat wirtschaftlich relevante Daten über Menschen (z. B. potenzielle Kunden) und Unternehmen (z. B. potenzielle Geschäftspartner)  an seine Vertragspartner zu übermitteln und diese Daten für die Vertragspartner auch zu sammeln. Die Schufa als größte und erfolgreichste Auskunftei Deutschlands hat über 4500 Vertragspartner.

 

Ihre Vertragspartner sind unter anderem:
Banken, Versicherungen, Bausparkassen, Versandhandelsunternehmen, Kaufhäuser, Inkassounternehmen, Telefonkommunikationsunternehmen, Einzelhandelsunternehmen, Gas-/Wasser-/Stromanbieter, Internet-Firmen etc.

 

Der jährliche Umsatz der Schufa beträgt 150 Millionen Euro und sie hat Daten von über 62 Millionen in Deutschland Lebenden Menschen gesammelt und von 5,3 Millionen Unternehmen.

 

Bereits mit der Eröffnung Deines ersten Kontos (spätestens ab diesem Zeitpunkt), werden Daten von Dir bei der Schufa gespeichert.

 

Doch warum ist es wichtig, dass die Schufa Daten über uns sammelt bzw. was macht sie mit diesen Daten?

 

 

Was macht die Schufa?

 

Ihre Hauptaufgabe ist, wie schon angeklungen, das Sammeln von Daten über Menschen und Unternehmen. Sie erhebt selbst keine Daten, bekommt diese also ausschließlich von ihren Vertragspartnern übermittelt. Diese Daten wiederum gibt sie bei Bedarf dann wieder an ihre Vertragspartner weiter. Diese Daten werden von den Vertragspartnern dazu verwendet im Vorfeld von Geschäften/Vertrags-abschlüssen/Käufen etc. die Bonität der potenziellen Geschäftspartner/Kunden in Erfahrung zu bringen. Aufgrund der Informationen, welche die Schufa ihnen zur Verfügung stellt, entscheiden diese also über das „ob“ und das „wie“ beim Zustandekommen von Verträgen.

 

Die Schufa-Auskunft, welche die Vertragspartner erhalten können, unterteilt sich in zwei Arten: A-Auskünfte und B-Auskünfte.

  • A-Auskünfte, welche z. B. bei Krediten, Girokontenvergaben oder Kreditkartenverträgen zur Verfügung gestellt werden, setzen sich aus Folgendem zusammen: B-Auskünfte + Daten über die gesamte finanzielle Belastung des Betreffenden
  • B-Auskünfte, geben dagegen „nur“ Auskunft darüber, ob man bisher vertragstreu gehandelt und gewirtschaftet hat. z. B. ob man alle Raten für den Kauf eines Fernsehers regelmäßig, rechtzeitig und vollständig bezahlt hat.

 

Beispiel

 

Du willst einen Kredit für Dein neu gegründetes Unternehmen bekommen und stellst einen Kreditantrag bei einer Bank. Deine Bank fragt nun bei der Schufa nach Informationen über Dich und beurteilt anhand dieser Informationen ob Du einen Kredit bekommst und wenn ja, zu welchen Konditionen (z. B. Höhe des Zinssatzes). Nehmen wir einmal an, die gesammelten Informationen über Dich wären, dass Du über keine gute Bonität verfügst, dann wird dies dazu führen, dass Du entweder einen sehr teuren Kredit bekommst (sehr hohe Zinsen) oder Deine Kreditanfrage schlichtweg abgelehnt wird.

 

Eine weitere Information (neben A-/B-Auskünften), welche die Schufa ihren Vertragspartnern mitteilen kann, ist der sogenannte „Schufa-Score“. Doch was ist dieser Score und worin besteht möglicherweise ein mit ihm einhergehendes Problem?

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Was ist der Schufa-Score?

 

Der Schufa-Score gibt die durch einen Computer berechnete Zahlungswahrscheinlichkeit von Menschen an. Diese Ermittlungsmethode greift jedoch nur (wird nur dann angewendet), wenn nicht bereits Negativeinträge über einen selbst bei der Schufa vorliegen. Wenn also bereits bei deinen B-Auskünften ersichtlich wird, dass es bei Dir zu Zahlungsschwierigkeiten in der Vergangenheit gekommen ist, dann wird dieser Score gar nicht berücksichtigt bzw. ermittelt.

 

Die Skala der Erfüllungswahrscheinlichkeit geht von 1 bis 100 und soll eben diese Prozentuale Zahlungswahrscheinlichkeit wiederspiegeln. Je höher der Wert desto besser, denn das bedeutet: Es ist aus der Sicht der Schufa wahrscheinlicher, dass Du deinen Verpflichtungen nachkommen wirst. Also ist auf der anderen Seite ein niedriger Schufa-Score für Dich problematisch, weil potenzielle Vertragspartner Dich durch diesen nicht als verlässlichen Partner ansehen werden.

 

Der Score ergibt sich nicht direkt aus den persönlichen Daten, sondern aus Wahrscheinlichkeiten, die durch Daten von ähnlichen Vergleichsgruppen stammen. Er ergibt sich also letztendlich aus Gruppendaten und nicht direkt aus Daten von Dir. Der Score entsteht durch ein statistisches Verfahren, dessen genaue Funktionsweise jedoch unter Verschluss gehalten wird (dies ist auch Richterlich als Firmengeheimnis bestätigt worden).

 

Da das genaue Scoring-Verfahren unter Verschluss gehalten wird, kann man nur auf die Informationen zugreifen, welche die Schufa zur Verfügung stellt. Nach eigenen Angaben werden bei dem Zustandekommen des Scores folgende Daten berücksichtigt:
Bürgschaften, Leasingverträge, Ratenzahlungsverträge, Versandhandelskonten, vorheriges Zahlungsverhalten, bisherige Kreditaufnahmen, öffentliche Schuldnerverzeichnisse und Eidesstattliche Versicherungen.

 

Nicht berücksichtigt werden nach eigenen Angaben:
Einkommen, Vermögen, Beruf, Religion, Nationalität und Mitgliedschaften (z. B. in Vereinen/Parteien etc.).

 

Weil es sich bei dem Schufa-Score um einen statistisch erhobenen Wert handelt, der eben nur Zahlungswahrscheinlichkeiten angibt, kann der Weitergabe dieses Scores widersprochen werden. Obwohl der Score problematisch in seinem Zustandekommen ist, muss in der Regel jedoch von diesem Recht auf Widerspruch abgeraten werden. Denn es verbessert leider nicht Deine Chancen z. B. auf Kredite, wenn Banken nach einer Anfrage keinerlei Daten über dich Erhalten (bzw. den Score nicht abrufen können). Dies wirkt auf die Vertragspartner eben nicht vertrauensfördernd, weil sie einem unterstellen könnten, man versuche etwas zu verheimlichen etc.

 

 

Wie kann ich an meine Schufa-Daten kommen?

 

An seine eigenen Daten zu kommen, welche bei der Schufa gespeichert sind, ist möglich aber gar nicht so einfach. Laut Gesetz ist die Schufa dazu verpflichtet die eigenen Daten auf Anfrage kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dies ist auch einmal im Jahr möglich, jedoch macht es einem die offizielle Website der Schufa nicht gerade leicht das kostenlose Modell zu finden und zu wählen. Um dir diese ganzen Scherereien zu ersparen, habe ich hier den direkten Link zum betreffenden Formular der Schuf. Du musst einfach nur noch auf die Sprach-Flagge Deiner Wahl klicken (für deutsch die Deutschlandflagge) und schon gelangst du zum Formular, welches Dich Deine Daten abrufen lässt.

 

Achte bei dem Formular unbedingt darauf, dass Du nicht die kostenpflichtige Variante der Selbstauskunft wählst! So kundenunfreundlich, wie die Website gestaltet ist, ist auch die Vorlage, welche du nachdem du sie ausgefüllt hast, per Post an die Schufa senden musst. Ab dem zweiten Einholen der Schufa-Selbstauskunft kostet der Vorgang 29,95, dieses wiederholte Anfragen macht jedoch in den meisten Fällen keinen Sinn bzw. bringt keinen Mehrwert. In dem Beiheft zu dem Formular befindet sich die Information, dass man eine Ausweiskopie beilegen solle, dies musst Du jedoch nicht machen! Wenn Du dies dennoch machen solltest (da es den Prozess evtl. beschleunigen und Rückfragen verringern kann), schwärze unbedingt alles, was nicht von der Schufa unbedingt verlangt wird.

 

 

Warum sollte ich meine Schufa-Daten bekommen wollen?

 

Aus dem ganz einfachen Grund, dass Du dadurch einschätzen kannst: wie gut z. B. Deine Chancen auf einen Kredit sind. Noch viel wichtiger ist jedoch, dass sich teilweise alte/falsche Informationen bei der Schufa über Dich ansammeln können und dies dann auf ärgerliche Art und Weise Dein wirtschaftliches Handeln massiv torpedieren kann! Wenn Du die Auskunft beantragt hast und solche Fehler entdeckst, kannst Du die Schufa auf ihre Fehler hinweisen und diese können daraufhin häufig ausgeräumt werden. So verhinderst Du, dass Du quasi grundlos z. B. einen Kredit nicht bewilligt bekommst oder zu schlechteren Konditionen bekommst, als es Dir eigentlich zustehen müsste.

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Welche Relevanz hat die Schufa für Gründer und jene die es werden wollen?

 

Für Dich, als Privatperson wie auch als Unternehmer, ist die Schufa ein unumgänglicher Faktor im wirtschaftlichen Zusammenspiel. Als Gründer kannst Du es Dir also schlichtweg nicht leisten, nicht zu wissen was es mit der Schufa auf sich hat. Die Schufa kann auf zwei Wege für Dich relevant werden.

 

  1. Du hast ein Unternehmen, welches selbst auf Auskunfteien zurückgreift (oder zurückgreifen wird), um sich gegen mögliche Zahlungsausfälle bei Kunden und Geschäftspartnern abzusichern.

 

Oder

 

  1. Du bzw. Dein Unternehmen ist davon betroffen, dass die Teilhabe am Wirtschaftsleben und damit auch der Erfolg dieser Teilhabe unweigerlich an die Schufa geknüpft ist.

 

Wenn Du von 1. betroffen bist, dann findest Du mit der Schufa (oder einer möglicherweise für dich besser geeigneten Auskunftei) einen Anbieter, der Dir helfen kann, Deine Risiken zu verringern. Die Preise für Auskunftsanfragen hängen von den jeweiligen Verträgen ab, die individuell mit den Auskunfteien geschlossen werden.

 

Von 2. Wirst Du in jedem Fall betroffen sein, weil dies kein Umstand ist, für oder gegen den Du dich entscheiden könntest. Es ist einfach die Realität mit der Du Dich unweigerlich auseinandersetzen musst.

 

Die unzähligen Situationen, in denen Dich unvorteilhafte Daten der Schufa bei Deinem beruflichen Erfolg behindern können, zähle ich jetzt nicht alle auf, da inzwischen klar geworden sein sollte, dass die Schufa einen unglaublichen Einfluss in unser privates wie auch geschäftliches Leben hat. Nicht nur bei der Finanzierung in der Gründerphase spielen Auskunfteien eine große Rolle, sondern auch später z. B.  im B2B Bereich sowie bei nahezu allen Fragen der Finanzierung oder Partnerschaften/Kooperationen etc. Aus diesem Grund, kann ich Dir jedoch nur noch einmal raten, Deine Schufa-Daten einzuholen und bestehende Fehler etc. korrigieren zu lassen!

 

 

Raketenzusammenfassung

 

Von diesem Artikel solltest Du mindestens Mitnehmen:

 

  • Die Schufa ist eine private Auskunftei
  • Sie bewertet die Bonität und die Zahlungswahrscheinlichkeit von Menschen und Unternehmen
  • Der Einfluss dieser Bewertungen darf nicht unterschätzt werden, in Bezug auf das Private wie auch auf das Geschäftliche
  • Eine Selbstauskunft kannst Du einmal im Jahr kostenlos einholen und solltest dies auch tun
  • Aus dem einfachen Grund: Damit man mögliche Fehler identifizieren kann. Diese können daraufhin ausgeräumt werden, um somit eine vermeidbare Benachteiligung seiner selbst/seines Unternehmens frühzeitig abzustellen. (+Einschätzung des eigenen standings aus Sicht anderer Akteure der Wirtschaft)

 

 

 

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