Hinter den Kulissen der Gründer: wodonaz

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Für uns interessant ist natürlich immer wer hinter dem Start up steckt. Daher kurz etwas zu dir: Wer bist du und was hast du vor der Gründung gemacht?

Mein Name ist Dominique Hill und bin ausgebildeter Master of Bartending. Bevor ich wodanaz gegründet habe, arbeitete ich über 8 Jahre deutschlandweit als Bartender. Hauptsächlich bei Events wie der Berlinale, Musikveranstaltungen, politsche Veranstaltungen und viel für Berühmtheiten und Größen. Abgesehen von der Arbeit bin ich im Januar mit meinem Mann 9 Jahre zusammen und seit 2,5 Jahren verheiratet. In meiner Freizeit bin ich ein begeisterter Onlinespieler bei verschiedenen MMORPG`s (Onlinerollenspiele).

Bist du allein oder im Team?

Als Gründer bin ich allein, habe aber mittlwerweile durch meine Mitgesellschafter und Mitarbeiter ein fantastisches Team, mit dem wir diese Herrausforderung bestreiten.

Im Falle du bist allein: Willst du noch Mitgründer finden? Mitarbeiter? Partner? etc.?

Ich bin auf jeden Fall noch auf der Suche nach passenden Kompetenzen in unserem Team, die genauso leidenschaftlich an unserem Unternehmen arbeiten wie ich. Besonders über Webdeveloper würde ich mich riesig freuen, aber da bin ich sicher nicht der Einzige.

Im Falle du bist im Team: Wie hat sich das Gründerteam gefunden? Wie sind die Anteile aller Mitgründer verteilt?

Zwei meiner Gesellschafter gehören ursprünglich Unternehmen, die ich für wodanaz beauftragt habe und die so von der Idee begeistert waren, dass sie selbst mit 10% in das Unternehmen eingestiegen sind. Unsere Designerin kam durch einen Zufall zu uns. Wir haben gemeinsame Freunde, trafen uns zufällig in unsere Stammbar und lernten uns so kennen. Wenige Wochen später war sie mit im Boot.

Wie heißt dein Start Up und welche Start Up Idee steckt dahinter? Was ist das Geschäftsmodell?

Mein Start Up heißt wodanaz und ist eine Onlineplattform für die Hotellerie, Gastronomie und Eventbranche. Wir sind ein Soziales Netzwerk mit eigener Redaktion und eigenen Tools, die die Mitarbeitersituation in der Branche verbessern sollen. Unser Geschäftsmodell ist ein Freemiumsystem. Basisleistungen sind kostenfrei für unsere User und bestimmte Inhalte sind nur für Premiumnutzer, aber z.Z. ist noch alles kostenfrei, um unsere Möglichkeiten allen vorzustellen. Darüber hinaus finanzieren wir uns auch über verschieden Events und Werbeflächen.

Zum Thema Start up Idee finden: Wie ist deine Start Up Idee entstanden? Welche Geschichte steckt hinter deiner Geschäftsidee?

Wie ich ja schon geschrieben habe, bin ich selbst lange in der Gastronomie tätig gewesen und das als Arbeitnehmer und als Arbeitgeber. Diese Branche ist durch Events und die saisonalen Gegebenheiten von einer starken Fluktuation geprägt und sorgt so für viele Probleme, Kosten und auch Ungerechtheiten. Das kann auf Dauer sehr frustrierend sein, auch das Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen macht das Führen einer Beziehung sehr schwer und so zog ich mich aus dem „aktiven Dienst“ zurück. Dummerweise liebe ich diese Branche und habe die schönsten Dinge in dieser Zeit erlebt und die für mich wichtigsten Menschen kennen gelernt, inklusive meines Mannes. Also spatzierte ich mit ihm durch Strahlsund und erklärte ihm, was meiner Meinung nach der Branche helfen könnte. Rückblickend betrachtet, war das mein erster Pitch und er antwortete, „ich würde investieren“. 3 Wochen später hab ich losgelegt.

Was macht dein Startup einzigartig und was machst du zu bisherigen Konkurrenten/ bisherigen Lösungen anders/ besser?

Unsere Plattform verbindet viele bekannte Systeme und erweitert sie durch meine selbstentwickelten. Wir sind ein soziales Netzwerk, aber halten uns nicht raus, sondern geben mit unserer Redaktion selbst Inhalte herraus. Wir sind eine Jobplattform, haben aber durch unser Jobgradingsystem und unser bald erscheinendes Softskillmodul ganz neue Möglichkeiten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, diese Situation effizient und für beide Seiten fair zu bewältigen. Darüber hinaus sorgen diese beiden Tools auch bei bestehenden Teams dafür, genau zu wissen, wo man steht und wie und wo man sich am besten weiterbildet. Wir sind auch eine branchenspezifische Online-Newsseite, doch bieten wir unseren Lesern auch eine Plattform, sich mit anderen Menschen ihres Fachs in einer passenden Umgebung auszutauschen. So schließt sich der Kreis. Was also machen wir besser als andere? Wir machen keine halben Sachen.

Was kostet das Produkt/Dienstleistung?

Unsere Dienstleistung wird für Jahresabonomennten 5€ im Monat kosten. Unsere anderen Aktivitäten variieren immer mal wieder.

Welche Zielgruppe hat das Startup?

Unsere Zielgruppe sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Gastronomie und Hotellerie. Natürlich sind auch Unternehmen, die mit unserer Zielgruppe arbeiten, bei uns vertreten. Also alles rund um „Gastro“.

Hast du Gründungsberatung oder einen Coach in Anspruch genommen?

Ja, habe ich, aber wurde nicht gerade gut beraten und man hat mich auch finanziell übers Ohr gehauen. Als Gründer weiß man am Anfang so viele Dinge nicht, so dass man auf jeden Fall Hilfe braucht.

Wie planst du dein Unternehmen? Nutzt du einen Business Plan? Business Model Canvas? Nach Gefühl? Hast du eine detaillierte Finanzplanung?

Wir planen in verschiedenen Ebenen. Am Anfang war da natürlich erstmal der Businessplan. Für diesen habe ich in Excel die Rentabilitätsplanung und die Liquiditätsplanung so gebaut, dass ich nur die aktuellen Zahlen eingeben muss, um die Auswirkung auf die nächsten 5 Jahre zu sehen. Finanziell gesehen ist das mein Wegweiser. Darüber hinaus haben wir noch einen Marketingplan in dem wir unsere Aktivitäten beobachten und auswerten, und natürlich einen Redaktionsplan. Diese 3 bilden unser Rückgrat.

Was ist deine Unternehmensstrategie?

In erster Linie möchten wir unseren Usern die bestmöglichen Tools für ihr tägliches Arbeiten bereit stellen und sie gleichzeitig mit allen wissenswerten Informationen versorgen. Wir setzen auf Nachhaltigkeit, Information und Unterhaltung, aber auch Flexibilität durch die schnellebigkeit der Branche, den Interessen und der technologischen Möglichkeiten. Da wir als Start Up nur begrenzte Mittel haben, sind wir natürlich immer auf maximale Effiziens angewiesen.

Welche Rechtsform/ Unternehmensform hast du gewählt und warum?

Wir haben uns für die UG bzw. GmbH entschieden. Da ich mit meinem Unternehmen schon ein großen Risiko eingehe und wir auch teilweise mit sehr hohen Summen arbeiten, muss ich natürlich entsprechende Vorkehrungen treffen. Es darf nicht sein, dass mein Mann oder seine Familie für meine Risiken gerade stehen müssen und da fiel die Wahl der Rechtsform leicht.

Hast du Gründerseminare, Start-Up Events oder Messen besucht?

Ja, Unmengen! Ich habe mich auf sehr vielen Messen, Events, Seminaren usw. bewegt, um mir schnellstmöglich alles Notwendige anzueignen. Besonders der Input von anderen Gründern hat mir sehr geholfen.

Sich Selbständig zu machen bedeutet leider auch, dass man sich um Themen kümmern muss, die einen vielleicht nicht immer interessieren. Gründen bedeutet daher auch Rechnungen, Steuern, Buchhaltung, AGB, Verträge erstellen … Wie gehst du damit um?

Nun, ich habe eine fantastische Steuerberaterin und da ich vorher ja auch als Freelancer selbständig gewesen bin, ist da vieles schon bekannt gewesen. Der Umgang mit Zahlen macht mir allerdings auch Spaß. Was rechtliche Themen angeht, verlasse ich mich natürlich auch auf den Anwalt meines Vertrauens.

Was braucht dein Unternehmen an Ausstattung (z.B. Telefon, Büro, Computer, Firmenwagen)? Wo hast du das her?

So viel brauchen wir gar nicht. Einen Arbeitsplatz und ein kleines Studio für unsere Videoaktivitäten. Beides konnten wir in dem Co-Workingspace, in dem wir arbeiten, finden. Den Rest (also Kamera usw.) haben wir online gekauft.

Sich Selbständig zu machen/ ein Startup zu gründen ist immer mit Risiken verbunden. Als Gründer geht man gewisse Risiken bewusst ein, jedoch sollte man andere frühzeitig absichern. Wie sicherst du Risiken ab? Wie wichtig ist dir das Thema Start-Up-Versicherungen? Hast du welche? Wenn ja, wofür?

Ich habe keine gesonderte Startupversicherung, nur die normalen, die man als Arbeitgeber haben sollte. Ich bin auch mit 100.000€ Privatkapital gestartet und bewege mich in diesem Rahmen. Wenn es alle ist, ist es alle und ich lebe nicht über meine Verhältnisse. Das ist – denke ich – die beste Vorsichtsmaßnahme.

Was haben deine Freunde/ Verwandten/ Familie gesagt, als du dich selbständig gemacht hast/ dein Start Up gegründet hast?

Die meisten haben mit hochgezogenen Augenbrauen gesagt: „Das ist aber mutig!“ Also auf Deutsch: Solange du nicht erfolgreich bist, ist es dumm und wenn du erfolgreich bist, haben wir nichts anderes von dir erwartet. Eigentlich ist es das übliche Feedback in Deutschland. Ich lebe nur einmal und nehme jede Herrausforderung an, die sich mir stellt, damit ich mir nicht die Frage stellen kann, was wäre wenn.

Wie finanzierst du dein Start Up? Hast du Eigenkapital mitgebracht, Kredite, Darlehen oder eine Finanzierung bekommen?

Ich habe 100.000 mit meinem Mann investiert und die neuen Gesellschafter haben auch noch Kapital mit eingebracht. Uns wurde eigentlich auch das KFW Startgeld zugesagt, aber unsere Hausbank ist der Meinung, Softwareentwicklung sei keine Investition. Aktuell befassen wir uns auch mit dem Thema Crowdfounding.

Im Falle einer Finanzierung: Wie hast du die Finanzierung bekommen? Was gab es dabei zu beachten? Welche Hürden musstest du überwinden? Welchen Tipp kannst du anderen Gründern mitgeben?

Holt euch auf jeden Fall einen Berater, denn dieses Feld ist unheimlich komplex und in vielen Fällen paradox. Wenn man sich in diesem Dschungel nicht auskennt, hat man ganz schlechte Karten.

Habt ihr aktuell noch einen Kapitalbedarf? Sucht Ihr nach Investoren? Wenn ja, welche Wünsche hättet ihr dabei?

Wir suchen aktuell noch 150.000€, um mit der Softwareentwicklung weitermachen zu können. Perfekt wäre ein Unternehmen aus der Branche, das in uns investiert, mit dem wir uns gegenseitig helfen können.

Speziell für Start Ups gibt es verschiedene staatliche und private Fördermittel. Allerdings ist es nicht immer leicht diese zu bekommen, jedes Bundesland hat eigene Anforderungen etc. pp. Hast du dich schonmal über Fördermitteln informiert? Wie stehst du dazu? Bekommst du welche? Wenn ja, welche?

Fördermittel bekommen wir keine, da die meisten so spezifische Anforderung haben, dass wir nicht ins Bild passen. Als Onlineplattform ist man für die meisten nicht einzuordnen.

Kooperationen stellen eine gute Wachstumsstrategie für junge Unternehmen dar. Gute Partnerschaften mit WIN-WIN sind aber oft nicht so einfach zu finden. Suchst du Kooperationen bzw. Partnerschaften für dein Startup? Falls ja, welche Form der Kooperation wäre für dich interessant?

Wir arbeiten viel mit anderen Unternehmen zusammen und es profitieren auch beide Seiten von unseren Kooperationen. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht und werden das auf jeden Fall weiter so handhaben. Dei meisten Partnerschaften sind Vertriebspartnerschaften oder wir erstellen Werbematerial für andere und bekommen, was wir eben gerade brauchen.

Das wichtigste eines Unternehmens ist Kundengewinnung. Wie gewinnst du Kunden? Wie machst du Akquise? Wie betreibst du Kundenbindung?

Wir gewinnen die meisten Kunden online und binden sie durch unseren fantastischen Content unserer Redaktion. Projekte & Events sind aber auch wichtig, um zu zeigen, dass auch ein wirkliches Unternehmen dahinter steht und nicht irgendein Briefkasten. Im nächsten Jahr veranstalten wir beispielsweise eine Benefizveranstaltung für Jugendliche aus betreutem Wohnen.

Gerade am Anfang ist Marketing für Startups besonders wichtig, aber bei begrenztem Budget gleichzeitig auch schwierig. Wie sieht dein Startup-Marketing aus? Welche Kanäle benutzt du?

Marketing fällt uns tatsächlig am leichtesten, da wir fast alles inhouse produzieren können. Wir haben unsere Redaktion mit Videoblog, Veranstaltungen, Kooperationspartnern und ein tolles Team.

Wo steht dein Startup jetzt und was sind deine Ziele für die nächsten 12 Monate? Wo willst du hin? Was sind für dich wichtige Kennzahlen?

Aktuell sind wir mit Kapitalbeschaffung beschäftigt, um die Entwicklung erstmals abzuschließen. Unser Ziel für die nächsten 12 Monate ist die schwarze 0, wobei dann auch ein kleines Gehalt für mich drin ist. Das ist in unserem Fall natürlich mit einer bestimmten Userzahl verbunden und somit unsere wichtigste Kennzahl.

Was würde dein Startup am Meisten nach vorne bringen/ dir am Besten helfen?

Wenn wir 2 eigene Entwickler hätten. Die Tatsache, dass wir alles extern entwickeln lassen müssen kostet uns unheimlich viel Geld und dennoch sind wir nicht so flexibel, wie ich es gerne wäre. Alles andere kommt von ganz alleine.

Was für Schwierigkeiten hatte dein Startup/ du bisher? Was waren deine größten Hürden?

Wir stehen im Moment an unserer größten Hürde. Wir brauchen frisches Kapital, um weiter zu entwickeln, denn ohne bespielsweise ein Paymentsystem können keine oder nur geringe Einnahmen generiert werden.

Im Vergleich zu anderen Ländern wie Amerika ist in Deutschland Scheitern verpönt. Natürlich will niemand scheitern, aber wer etwas macht, kann halt auch Fehler machen. Viele potentielle Gründer gründen aber gar nicht erst, aus Angst, das es schief geht. Hast du Angst zu Scheitern? Wie gehst du mit der Möglichkeit um?

Egal was man tut, man sollte es für sich tun und dazu gehört auch Erfolg und Scheitern. Es ist ok Angst zu haben, immerhin geht es um eine ganze Menge. Aber was die anderen darüber denken, ist das letzte worüber ich mir Gedanken mache. Ich würde das mit der Liebe vergleichen. Sicher kann man alleine ein angenehmes und erfülltes Leben führen, aber wenn man den Sprung wagt und sein Leben teilt, kann es darüber hinaus ein sehr aufregendes und glückliches Leben werden.

Was sind nach deiner Erfahrung die häufigsten Gründe für eine schlechte Produktivität?

Das ist einfach: Überarbeitung! Als Gründer ist man 24/7 für sein Unternehmen da, aber das ist natürlich nur begrenzt möglich. Jeder braucht einen Ausgleich oder auch mal Freizeit, in der man sich mal nicht mit der Firma beschäftigt. Man hat aber als Gründer immer ein schlechtes Gewissen, wenn man mal nichts tut, obwohl das vernünftiger wäre.

Alle Leser und ich freuen sich zum Schluss über deine wichtigsten Tipps für Startups:

Die Zeit, die man mit Wünschen verbringt, ist verlorene Zeit, also versucht immer offen zu sein für alternative Lösungsansätze und legt los.

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