Probleme in der GmbH: Welche Rolle spielt der Gesetzgeber?

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Die ersten kritischen Vorboten in der GmbH werden von Geschäftsführern häufig ignoriert. Schließlich geht niemand gern mit drohendem Unheil für das eigene Unternehmen um.

Liquiditätsengpässe werden mit privatem Vermögen gedeckt, Forderungsausfälle durch freundliche Erinnerungen ausgeglichen und Steuerzahlungen verzögert. Doch wie sinnvoll sind diese Rettungsversuche? Denn die Bewertung der Problemlage ist weder subjektiv noch liegt es im Sinne des Geschäftsführers, weitere Risiken einzugehen.

Probleme in der GmbH und die Rechtssprechung

Der Gesetzgeber definiert klar, wie das Thema GmbH Probleme zu behandeln ist. Die Rechtssprechung legt in Paragraf 64 GmbHG fest, dass eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung beim Bankrott oder einer hohen Verschuldung zwingend Maßnahmen ergreifen muss. Wenn eine der beiden genannten Situationen eintritt, muss der Geschäftsführer innerhalb von 21 Tagen beim zuständigen örtlichen Gericht Insolvenz anmelden.

Paragraf 17 der InsO sieht vor, dass der Schuldner zahlungsunfähig wird, wenn er alle Zahlungen einstellt. Die fälligen Forderungen des Unternehmens können also nicht mehr mit den liquiden Mitteln gedeckt werden. Es muss zwischen Insolvenz und stagnierenden Zahlungen unterschieden werden.

Wenn der Schuldner die Fälligkeit innerhalb der nächsten drei Wochen zurückzahlen kann, ist dies ein Zahlungsstopp und es besteht keine Notwendigkeit, einen Insolvenzantrag zu stellen. Wenn das Vermögen des Unternehmens nicht ausreicht, um die fälligen Schulden zurückzuzahlen, gilt das Unternehmen laut Paragraf 19 Abs. 2 InsO als hoch verschuldet.

Es sei denn, das Unternehmen wird voraussichtlich fortfahren. Die Überprüfung der Verschuldungssituation erfolgt in zwei Schritten. In der ersten Phase wird eine kontinuierliche Prognose erstellt. Wenn die Unternehmensfortführung voraussichtlich negativ sein wird, kommt es zur Erstellung einer Überschuldungsbilanz. Übersteigen die Verbindlichkeiten bei fortgeführten Aktivitäten die bestehenden Vermögenswerte, ist das Unternehmen verpflichtet, Insolvenz anzumelden.

 

Die große Gefahr der Insolvenzverschleppung

Die rechtliche Situation scheint simpel zu sein, doch ist der rechnerische Kontext komplizierter. Viele Geschäftsführer einer kriselnden GmbH haben zu spät Insolvenz angemeldet, sodass die Gefahr einer Verzögerung der Insolvenz, also einer Insolvenzverschleppung, besteht.

Der Gesetzgeber differenziert nicht zwischen der Rettung eines Unternehmens und bösen Absichten, Gläubiger zu täuschen. Erst in der Gerichtsverhandlung spielen diese Aspekte eine Rolle. Trotzdem ist es dann zu spät und der Geschäftsführer wird angeklagt. In Deutschland handelt es sich bei Insolvenzverschleppung um eine Straftat mit einer Freiheitsstrafe von maximal drei Jahren. Dies ist jedoch noch nicht alles, da das Risiko einer Geschäftsführerhaftung besteht.

 

Strafrechtliche und zivilrechtliche Konsequenzen für den Geschäftsführer

Unwissenheit kann eine Person nicht vor Bestrafung schützen. Wer als Geschäftsführer der GmbH aufgrund von Unwissenheit einen Fehler machen, schützt dies nicht vor Bußgeldern. Die Beteiligten werden strafrechtlichen und zivilrechtlichen Konsequenzen ausgesetzt sein und Verantwortung mit dem Privatvermögen übernehmen.

Viele Geschäftsführer geraten aufgrund der Insolvenz der GmbH in Privatinsolvenz, weil sie mit Privatvermögen haften, was jedoch nicht ausreicht. Diese Umstände können zur Haftung des Geschäftsführers führen:

  • Falsche Bilanzierung und Folgeschäden
  • Verletzung der Informationspflicht
  • Sonstige eingegangene Verbindlichkeiten
  • Unbezahlte Einkommenssteuer und / oder Sozialversicherungsbeiträge
  • Keine Buchführung
  • Jahresabschluss verpasst

 

Weitere Insolvenzrisiken einer GmbH

Vielen Risiken und Gefahren können in einer Krise zu ernsthaften Problemen führen. Doch das ist noch nicht alles. Geschäftsführer haben so ihren öffentlichen Ruf verloren, weil jeder die öffentliche Insolvenzanzeige des Unternehmens lesen kann.

Dies erschwert einen zukünftigen Karriereweg deutlich. Unternehmer verlieren an Glaubwürdigkeit, insbesondere wenn sie aufgrund einer Forderung in Privatinsolvenz gehen müssen. Die Privatinsolvenz dauert mehr als sechs Jahre.

Darüber hinaus wird in der SCHUFA auch die Insolvenz weitere drei Jahre erfasst. So wird die Glaubwürdigkeit von der Dauer eines Jahrzehnts stark eingeschränkt. Wenn nun die bereits erwähnten strafrechtlichen und zivilrechtlichen Folgen hinzukommen, zeigen Probleme in der GmbH weitreichende und schwerwiegende Konsequenzen.

 

GmbH stilllegen und die Fortführung aussetzen

Ist das Fortsetzen des Unternehmens ausgeschlossen, können Betroffene die Stilllegung wählen. Bei diesem Begriff gibt es jedoch ein Problem: „Stilllegen“ bezieht sich in den meist auf das Auflösen, die Liquidation oder das Einstellen eines Unternehmens.

Die GmbH ist also nicht mehr an Handelsgeschäften beteiligt. Die GmbH wird dann in der Regel als Mantelgesellschaft weiterveräußert. Doch Auflösung und Liquidation stellen das letzte mögliche Ereignis dar. Nachdem die Gesellschaft mit beschränkter Haftung aus dem Unternehmensregister gestrichen wurde, profitieren die Gläubiger von den verbleibenden Vermögenswerten.

 

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